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Neue DGUV Information 212-016 zum Thema Warnkleidung veröffentlich | 19.08.2021

Sind Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Bereichen tätig, wo Gefahren durch den Verkehr von Straßen- und Schienenfahrzeugen auftauchen können, ist es wichtig, dass sie dort mit der passenden Schutzausrüstung ausgestattet werden. Dazu gehört auch schützende Warnkleidung. Die DGUV hat dazu ihre Information 212-016 in einer überarbeiteten Fassung im Juli 2021 veröffentlicht.

Schwerpunkt dieser Information ist die Warnkleidung für Arbeiten außerhalb von Absperrungen oder neben dem Verkehrsbereich (z. B. Abfallsammlung, Vermessungsarbeiten oder Winterdienst) nicht behandelt wird beispielsweise Warnkleidung von Behörden und Organisationen wie Polizei, Feuerwehr oder THW.

Grundlegendes

Warnkleidung gehört zur persönlichen Schutzausrüstung (PSA) und kommt immer dann zum Einsatz, wenn technische oder organisatorische Maßnahmen gemäß der Gefährdungsbeurteilung keinen ausreichenden Schutz für Beschäftigte mehr bieten können. Gemäß der DGUV Information212-016 ist

„Warnkleidung nach DIN EN 20471 […] PSA, die nach Gefährdungsbeurteilung im Sinne des Arbeitsschutzgesetzes und der PSA-Benutzungsverordnung auszuwählen und zu beschaffen ist.“ (DGUV Information 212-016: Seite 9).

Warnkleidung schützt zwar nicht vor Kollisionen und Unfällen, macht durch ihre Beschaffenheit gefährdete Personen jedoch schneller erkennbar, sodass Teilnehmende im Straßenverkehr durch Warnen, Ausweichen und/oder Bremsen das Risiko einer Kollision verringern können.

Ausgehend von der Gefährdungsbeurteilung legt die Arbeitgeberin oder der Arbeitgeber fest, welche konkreten schützenden Eigenschaften die PSA – abgesehen von der besseren Erkennbarkeit von Personen – innehaben soll. Dies können beispielsweise sein

  • Schutz vor Einwirkungen durch Nässe, Wind, Kälte, UV-Strahlung
  • Schutz vor mechanischen Einwirkungen
  • Schutz vor chemischen Einwirkungen
  • Schutz vor feuerflüssigen Stoffen, Flammen und Funkenflug

 

Vorgaben an den Einsatz von Warnkleidung

Die Warnkleidung wird grundsätzlich vom Unternehmen zur Verfügung gestellt und muss über eine geprüfte und zertifizierte Schutzwirkung verfügen. Dies ist durch entsprechende Piktogramme, Leistungsstufen und dem CE-Kennzeichen zu etikettieren.

Die PSA muss der beschäftigten Person individuell passen, das heißt auch, dass sie grundsätzlich für die Benutzung durch eine Person bestimmt ist. Wird PSA von mehreren Personen benutzt, hat der Arbeitgeber dafür zu sorgen, dass Gesundheitsgefahren oder hygienische Mängel nicht eintreten.

Darüber hinaus ist der Unternehmer oder die Unternehmerin dafür zuständig, dass die PSA ordnungsgemäß beschafft, verwendet, instandgehalten und gereinigt wird. Bei der Arbeit im Freien ist die Warnkleidung oftmals auch gleichzeitig Schutzkleidung gegen klimatische Witterungseinflüsse wie Nässe, Wind und Umgebungskälte.

 

Charakteristische Merkmale von Warnkleidung

Warnkleidung wird je nach Mindestfläche an fluoreszierendem sowie retroreflektierendem Material unterschieden. Dabei erfolgt die Einteilung in drei Klassen mit Klasse 3 als höchster Einstufung an Sichtbarkeit. In Klasse 3 muss die Warnkleidung den Oberkörper umschließen und lange Ärmel und Hosenbeine mit retroreflektierenden Streifen oder beidem haben. Ein Kleidungsstück der Stufe 3 wäre z. B. eine Jacke mit abtrennbaren Ärmeln. Werden dabei die Ärmel abgetrennt und die Jacke als Weste getragen, entspricht dies dann der Klasse 2.

 

Fluoreszierende Farben

Fluoreszierende Farben stellen einen hohen Kontrast zur Umgebung dar, weil sie nicht natürlich vorkommen und dadurch auffallen. Diese Farben sind nach DIN EN ISO 20471 reglementiert und umfassen fluoreszierendes Gelb, Orange-Rot und Rot.

Retroreflektierende Streifen

In der Dunkelheit oder an trüben Tagen werfen retroflektierende Streifen das Licht von Scheinwerfern zurück und werden dadurch von Verkehrsteilnehmenden schneller gesehen. Gemäß DIN EN ISO 20471 müssen retroflektierende Streifen aus Reflexmaterial hergestellt sein, wenn sie für Kleidung der Klasse 2 und 3 verwendet werden sollen. Die Reflexstreifen müssen mind. 50 mm breit und bei zwei horizontalen Reflexstreifen mind. 50 mm voneinander entfernt sein.

Quelle: ls | www.publikationen.dguv.de

 

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