PSA | 08.03.2013

Sobald durch technische und organisatorische Maßnahmen die Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten nicht mehr gewährleistet ist, ist der Unternehmer verpflichtet,  Persönliche Schutzausrüstungen (PSA) zur Verfügung zu stellen. Doch erst die richtige Benutzung, Wartung und Pflege ist es, die aus PSA einen echten Lebensretter macht. Besonders dann, wenn es sich um PSA gegen Absturz handelt. Einige einfache Grundsätze sollten deshalb unbedingt beachtet werden...

 

Persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz werden z.B. bei Fassadenreinigungsarbeiten (Hubsteiger/Kletterer), im Bauwesen, in Theatern, in der chemischen Industrie, bei Wartungsarbeiten von Dächern etc. eingesetzt. Ab 2 m Absturzhöhe sollen diese zum Einsatz kommen.

 

Zunächst stellen sich vor dem Einsatz von PSAgA folgende Fragen

  • Wo will ich absichern?
  • Was will ich absichern?
  • Wie lange will ich absichern?
  • Womit will ich absichern?

 

In der Gefährdungsbeurteilung sollten u.a. folgende Punkte betrachtet worden sein:

  • Anschlagpunkte können versagen. Sie müssen vorher bestimmt worden sein (§ 10 BetrSichV)
  • Beim Pendeln können Verletzungen auftreten. Deshalb am besten über Kopf sichern.
  • Um einen orthostatischen Schock zu vermeiden, müssen die Auffangurte unbedingt korrekt eingestellt sein (1 Handbreit Platz).
  • Eine schnelle Rettung muss sichergestellt sein, eine Hängeentlastung sollte möglich sein.
  • Unterweisung der Mitarbeiter mit praktischen Anteilen sicherstellen (Bestimmungsgemäße Benutzung, Erkennen von Mängeln, korrektes Anlegen und Verwahren der PSAgA
  • Fangstoßkräfte sind vorher zu bestimmen.

 

Vor der Benutzung von PSAgA sind folgende Grünsätze zu beachten.

  • Technische Sicherheitsausrüstung darf nicht kollektiv, sondern muss individuell beschafft und verwendet werden.
  • ein in sich stimmiges Rettungskonzept muss vorhanden sein. Die Rettungskette muss festgelegt sein, Mitarbeiter mindestens 1 x jährlich unterwiesen (mit praktischen Übungen, z.B. Schlaufen bilden, um Beine zu entlasten) sein. Die zu rettende Person muss „stabil“ sein, bevor diese gerettet wird.
  • Bei allen Systemen ist die kürzest mögliche Fallstrecke zu gewährleisten. sein. Es darf nie Schlaffseil vorhanden sein.
  • ausreichende Zeit zur individuellen Prüfung lassen. PSAgA immer von einem Kollegen beim Anlegen prüfen lassen. Die Person, die PSAgA benutzt sollte keine Gegenstände in der Tasche haben (zusätzliche Druckstellenbildung!)
  • Verbindungsmittel müssen alle 6 Jahre geprüft werden
  • Auffangsysteme müssen alle 8 Jahre geprüft werden
  • PSAgA muss mind. 1xjährlich durch Sachkundigen geprüft werden
  • Gebrauchsanleitung in Landessprache (wesentlicher Gerätebestandteil) darin unbedingt Sicherheitshinweise, Bestimmungsgemäße Verwendung,  Warnhinweise beachten.
  • Kantenbeanspruchung ist zunächst zu vermeiden. Sturzbelastung über Kanten wird durch Kantenpiktogramm ausgewiesen. Zuvor Kante auf Unebenheiten, Schärfe prüfen.
  • CE-XXXX Kennzeichnung mit 4-stelliger Nummer, Herstellerkontaktangabe, ggf. Kantenpiktogramme, Hinweis auf das Lesen der Gebrauchsanweisung muss vorhanden sein.
  • Arbeiten mit PSAgA dürfen nie alleine durchgeführt werden.
  • PSAgA darf nass werden, aber nicht nass in geschlossenen Systemen verpackt werden (Schimmelbildung).
  • PSAgA max. bei 40°C in milder Seifenlauge waschen, nicht schleudern.

 

Autor: Stefan Johannsen, Dipl. Biologe

 

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