Persönliche Schutzausrüstung – das gilt es zu beachten

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Persönliche Schutzausrüstung – das gilt es zu beachten| 29.06.2015

Der Einsatz von Persönlicher Schutzausrüstung kann zu den erforderlichen Maßnahmen gehören, die sich aus dem Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung ableiten – etwa wenn sich herausstellt, dass Gefahrstoffe bei bestimmten Tätigkeiten eine Rolle spielen und daher Schutzhandschuhe oder ein Atemschutz zu tragen ist. Zu beachten ist dabei jedoch auch das TOP-Prinzip der Arbeitssicherheit.

In der Rangfolge der Prioritäten steht die PSA an dritter Stelle. Es gilt das „TOP-Prinzip“ der Arbeitssicherheit: Technische Schutzmaßnahmen haben Vorrang vor Organisatorischen Maßnahmen und diese wiederum sind zu ergreifen, bevor das Tragen von PSA als dritte Option in Frage kommt. Schließlich ist es immer besser, Gefahren durch technische oder organisatorische Veränderungen ganz aus dem Weg zu räumen (oder zu minimieren), bevor ein Mitarbeiter ihnen ausgesetzt ist, auch wenn er dabei eine PSA trägt. Am Beispiel der Gefahrstoffe bedeutet dies: Besser Maßnahmen erwägen, die den Kontakt zu Gefahrstoffen verhindern, sofern möglich (z.B. Belüftung optimieren oder alternative Mittel einsetzen etc.) Nur wenn es die Art der Tätigkeit und die betrieblichen Gegebenheiten den Umgang mit Gefahrstoffen zwingend erfordern, kommt die PSA zum Einsatz. Oft ist es auch sinnvoll, TOP-Maßnahmen zu kombinieren, also die Risiken durch technische Maßnahmen zunächst einzugrenzen und trotzdem das Tragen einer PSA anzuordnen, weil eben ein Restrisiko bleibt.

PSA: Ein weites Feld
Sobald die betrieblichen Gegebenheiten den Einsatz von PSA erfordern, ist der Arbeitgeber gesetzlich dazu verpflichtet, Persönliche Schutzausrüstungen (PSA) für seine Beschäftigten bereits zu stellen, und zwar kostenfrei. So schreibt es das Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) in § 3 vor.
Zur PSA gehören zunächst Schutzkleidung, Sicherheitsschuhe, Schutzhandschuhe, Schutzbrillen, Helme usw., also alle Kleidungsstücken und Zubehör, die den Körper vor gefährlichen Einflüssen durch zum Beispiel mechanische oder chemische Einwirkungen schützen. Der Begriff PSA umfasst aber auch weitere Hilfsmittel, die dem Träger individuell anzupassen sind, zum Beispiel die „PSA zum Schutz gegen Absturz“. Jede PSA gibt es wiederum in unzähligen Größen und Ausführungen. Wenn auch ein Unternehmer verständlicherweise die Kosten im Blick hat, darf eine Ersparnis nicht zu Lasten der Schutzwirkung gehen, indem etwa ungeeignete PSA angeschafft wird – allein das Thema Schutzhandschuhe ist eine Wissenschaft für sich und das Material muss zu den eingesetzten Gefahrstoffen passen, damit die Schutzwirkung auch gewährleistet ist.

Wartung und Pflege
Durch Abnutzung oder/und mangelnde Pflege kann eine PSA ihre Schutzwirkung verlieren. Daher sind Persönlichen Schutzausrüstungen je nach Bedarf und Herstellerangaben zu warten und reparieren und ordnungsgemäß zu lagern. Ist die Schutzwirkung trotz alledem eingeschränkt, muss eine PSA umgehend ersetzt werden. Zudem hat der Arbeitgeber dafür zu sorgen, dass sich jede PSA in einem hygienisch einwandfreien Zustand befindet – Diese Aufgabe kann er an Vorgesetzte delegieren beziehungsweise zumindest die Pflege der PSA wiederum an die Beschäftigten. Eine sachgerechte Einweisung / Unterweisung ist dabei genauso unerlässlich wie für das korrekte Tragen und die Anwendung der PSA.
Zusätzlich hat der Arbeitgeber für jede bereitgestellte PSA die erforderlichen Benutzerinformationen in verständlicher Form und Sprache bereitzuhalten. Dies kann auch im Rahmen einer Betriebsanweisung erfolgen. Bei PSA, die gegen tödliche Gefahren oder bleibende Gesundheitsschäden schützen sollen (PSA Kategorie III), sind darüber hinaus, also zusätzlich zu den Unterweisungen, praktische Übungen erforderlich, um mit dem Umgang vertraut zu machen. Dies gilt zum Beispiel bei Atemschutzgeräten, PSA gegen Absturz sowie PSA zum Retten aus Höhen und Tiefen.

Die PSA-Benutzerverordnung
Die „ Verordnung über Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Benutzung persönlicher Schutzausrüstungen bei der Arbeit (PSA-Benutzungsverordnung - PSA-BV) regelt die Auswahl, Bereitstellung, Wartung, Reparatur, den Ersatz sowie die Lagerung von Persönlichen Schutzausrüstungen durch den Arbeitgeber für alle Tätigkeitsbereiche ebenso wie seine Verpflichtung zu Unterweisung. Sie gilt indes nicht in Betrieben, die dem Bundesberggesetz unterliegen.
Relevant ist außerdem das Regelwerk der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung. Der Fachbereich „PSA“ der DGUV legt darin die grundlegenden Vorschriften zu Persönlicher Schutzausrüstung aus, zunächst in der DGUV Vorschrift 1 „Grundsätze der Prävention“ (bisher BGV A1) und vor allem in der DGUV Information 212-515 „Persönliche Schutzausrüstungen“ (vormals BGI 515). Darüber hinaus gibt es zahlreiche weitere DGUV-Grundsätze, Regeln und Informationen für die Benutzung von Persönlichen Schutzausrüstungen (PSA) in konkreten Anwendungsfällen – entsprechend der Aufgabenbereiche der Sachgebiete. Dazu gehören etwa die Regeln „Einsatz von Schutznetzen“ (zuvor BGR/GUV-R 179) und „Benutzung von Atemschutzgeräten“ (zuvor BGR/GUV-R 190) sowie allgemeiner gefasste Schriften wie die Regel „Benutzung von Schutzkleidung“ (zuvor BGR 189).

 

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