Fachbeitrag | 21.11.2008

Beschäftigte an Höhenarbeitsplätzen, z. B. auf Dächern, an Fassaden oder bei der Antennenmontage, sind besonders gefährdet. Deshalb sind umfangreiche Sicherungsmaßnahmen wie z.B. Auffangnetze, Gerüste mit Schutznetzen und Geländer vorgeschrieben. Wo solche kollektiven Sicherungen nicht ausreichen, müssen PSA gegen Absturz zum Einsatz kommen.

 

 

 

Persönliche Schutzausrüstungen gegen Absturz, abgekürzt PSAgA genannt, gehören zu den hochkomplexen PSAgA und werden deshalb in die höchste Schutzkategorie III eingeordnet.

 

Sie müssen besonders hohe Anforderungen erfüllen und besonders sorgfältig gewartet werden. Auch die Kontrolle, dass Mitarbeiter die bereitgestellten PSAgA tatsächlich benutzen, muss hier besonders streng sein – denn schließlich geht es um das Leben der Beschäftigten!

PSAgA im Überblick

  • Haltesysteme
    Haltegurt, Verbindungsmittel und Anschlagpunkt bilden ein Haltesystem. Der Auffang- oder Haltegurt ist dabei durch Seile oder ein anderes Verbindungsmittel mit einer Anschlageinrichtung verbunden. Haltesysteme können eine Person – wie der Name bereits sagt – lediglich halten, nicht aber vor dem Abstürzen schützen. Deshalb empfiehlt es sich, grundsätzlich Auffangsysteme zu verwenden.
  • Auffangsysteme
    Auffangsysteme bestehen aus Auffanggurt, Verbindungsmittel, Falldämpfer und einer Anschlageinrichtung. Besonders sinnvoll ist es, mitlaufende Auffanggeräte mit Seilkürzern zu verwenden. Stürzt die Person ab, wird sie durch Blockieren des Seilkürzers am Seil gehalten. Weil der Bremsweg kurz ist, sind die auf den Körper wirkenden Kräfte dabei gering.

Bei den Anschlageinrichtungen unterscheidet man Anschlagpunkte und Anschlagkonstruktionen. Ein Anschlagpunkt ist ein Festpunkt, an dem die Persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz fixiert wird. Als Anschlagpunkte eignen sich z. B. Bauteile, Ösenschrauben oder Sicherheitshaken. Eine Anschlagkonstruktion ist eine Schiene oder ein gespanntes Stahlseil, an der eine persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz an mehreren Stellen eingehängt werden kann. Als Einhängevorrichtung kann ein sogenannter Läufer dienen, der in der Schiene oder im Stahlseil geführt wird.

 

Anschlagpunkte und Anschlagkonstruktionen müssen hohen Belastungen standhalten. Als ausreichend tragfähig gilt eine Anschlageinrichtung, wenn sie eine Stoßkraft von mindestens 7,5 kN für jeweils eine angeschlagene Person aushält – das entspricht einer Belastung von 750 Kilogramm.

Anforderungen an PSAgA

Der Gesetzgeber stellt an persönliche Schutzausrüstungen gegen Absturz hohe Ansprüche. So muss garantiert sein, dass alle eingesetzten PSAgA einer EG-Baumusterprüfung unterzogen wurden, die CE-Kennzeichnung (Kurzzeichen „CE“ und die vierstellige Kenn-Nr. der Prüfstelle) tragen und der vorgeschriebenen DIN EN-Norm entsprechen.

 

Außerdem müssen alle PSAgA mit diesen Angaben gekennzeichnet sind: Name oder Zeichen des Herstellers oder Lieferanten, die letzten beiden Stellen des Herstellungsjahres, Typbezeichnung sowie der Serien- oder Herstellnummer. Des Weiteren muss dem Produkt die vom Gesetz geforderte Konformitätserklärung des Herstellers beigefügt sein.

Mehr Informationen zu PSAgA siehe auch BGR 198.

 

Checkliste
Absturzsicherung

Nr. Prüffrage Ja     Nein
1. Wurde eine Gefährdungsbeurteilung für Arbeiten in der Höhe erstellt, die für individuelle Projekte angepasst werden kann?    
2. Wurde definiert, für welche Arbeiten kollektive bzw. individuelle Sicherungen einzusetzen sind?    
3. Stehen geeignete Persönliche Schutzausrüstungen gegen Absturz für jeden Mitarbeiter zur Verfügung und werden diese regelmäßig kontrolliert und ggf. ersetzt?    
4. Entsprechen die bereitgestellten PSAgA allen gesetzlichen Anforderungen?    
5. Wurden ausführliche Betriebsanweisungen für den Einsatz von PSAgA erstellt?    
6. Werden die Mitarbeiter regelmäßig in der Benutzung von PSAgA unterwiesen?    
7. Wurde der Einsatz von PSAgA von den Mitarbeitern auch praktisch geübt, etwa anhand der Bedienungsanleitung des Herstellers?    
8. Wird vor jeder Arbeit in der Höhe überprüft, ob und welche PSAgA notwendig sind?    
9. Werden die Mitarbeiter regelmäßig über Absturzgefahren und Maßnahmen zu ihrer Vermeidung unterwiesen?    
10. Werden Mitarbeiter hinsichtlich ihrer Eignung für Arbeiten in der Höhe arbeitsmedizinisch (G 41) untersucht?    
11. Wissen die Mitarbeiter, wie man äußere Schäden an den PSAgA erkennt und in welchen Intervallen (Materialermüdung!) diese zu ersetzen sind?    

 

Rechtsvorschriften

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